Praxis Goodman
Aktuelles
Direkter Kontakt:
Dennis M. Goodman:
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Bianca von Hüls:
vonhuels@praxisgoodman.de
Anna von der Ruhr:
vonderruhr@praxisgoodman.de
Wartezeiten: Das Wichtigste zuerst
Seit der Eröffnung Anfang des Jahres sind die Wartezeiten sehr lang geworden.
Wer sich heute für ein Erstgespräch meldet, bekommt dieses wahrscheinlich erst in einem halben Jahr.
Das liegt nicht daran, dass wir weniger arbeiten – im Gegenteil. Es liegt an politischen Entscheidungen, die die Versorgung für Kinder und Jugendliche und für ländliche Regionen wie den Hochschwarzwald erschweren.
Zusätzlich zu der schwer nachvollziehbaren Einschätzung, unsere Region sei bereits ausreichend psychotherapeutisch versorgt, kommen nun weitere aktuelle Entwicklungen hinzu.
1. Honorarkürzungen
Die Vergütung für Psychotherapeut:innen wurde um 4,5 % gekürzt – sofort und ohne Übergangszeit.
Was das bedeutet:
- Psychotherapie wird finanziell geschwächt, obwohl Kinder und Jugendliche ohnehin schlechter versorgt sind.
- Die Bedarfsplanung geht von zu wenigen Praxen für diese Region aus und es werden keine weiteren Praxen zugelassen.
- Wir arbeiten trotzdem voll weiter und behandeln weiterhin hauptsächlich gesetzlich Versicherte.
2. Reformvorschläge
Es gibt den Vorschlag, Psychotherapie wieder in einen großen gemeinsamen Geldtopf ("Gesamtvergütung") zu stecken, aus dem alle Fachrichtungen bezahlt werden.
Das hätte Folgen:
- Behandlungen würden stärker danach bezahlt, wie „schwer“ eine Diagnose klingt.
- Das setzt ein falsches Signal: „Nur wer krank genug ist, bekommt schnelle Hilfe.“
- Für Kinder und Jugendliche wäre das besonders problematisch.
Ein weiterer Vorschlag ist, dass es noch niedrigere, feste Grenzen geben soll, wie viele gesetzlich Versicherte wir behandeln dürfen.
Das würde bedeuten:
- Auch wenn der Bedarf steigt, dürften wir nicht mehr Patient:innen aufnehmen, als die Vorgaben erlauben.
- Das wäre eine politische Entscheidung, nicht unsere.
3. Bedeutung für unsere Praxis
Trotz allem gilt:
- Wir arbeiten mit vollem Einsatz, auch mit weniger Honorar.
- Wir behandeln weiterhin gesetzlich Versicherte.
- Wir nutzen jede Minute, die uns im Rahmen des Kassensitzes erlaubt ist.
- Obwohl wir offiziell eine Einzelpraxis sind, arbeiten wir bereits als Team aus drei Psychotherapeut:innen, um die Versorgung im Hochschwarzwald zu verbessern. Darauf sind wir stolz.
Wenn jedoch eine Budgetierung kommt, wären wir gesetzlich verpflichtet, weniger gesetzlich Versicherte aufzunehmen, als wir es heute tun.
4. Wie Sie unterstützen können
Viele fragen, ob sie etwas tun können. Ja — Ihre Stimme zählt.
Möglichkeiten:
- Petitionen unterschreiben
- Rückmeldungen an Krankenkassen geben
- Politische Vertreter:innen anschreiben
- Demonstrationen und Aktionen unterstützen
- Informationen weitergeben, damit mehr Menschen von der Situation erfahren
Weitere Informationen auf:
Jetzt wird es laut! : bvvp – Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V.